Eigentlich hatte ich diese Fanpage aus Zeitmangel eingestellt, es hatte sich leider niemand gefunden, der weiter macht, denn Andreas Klöden hätte es verdient gehabt. Nun sei es drum, jetzt wird es mal wieder Zeit für ein paar Zeilen. Alle deutschen Radsportfans und Fans von "Hilde" hatten seine Rennen und Ergebnisse in den letzten Jahren verfolgt. Zur Freude haben wir zur Kenntnis genommen, dass er trotz seiner 36 Jahre noch nicht müde ist und großes leisten kann.
Das Frühjahr begann vielversprechend, er gewann eine Etappe bei Paris Nizza und die Gesamtwertung der Baskenlandrundfahrt. Er bereitete sich u.a. in der Schweiz auf die kommende Tour vor und investierte in den Vorbereitungsrennen nicht zu viel Kraft. Bei der Tour de Suisse versteckte er sich regelrecht, doch man konnte er erahnen, dass er eine gute Form hat.
Spätestens in der ersten Woche der Tour de France hatte man die Gewissheit, Andreas Klöden hat die Form seines Lebens. Doch was muss er verbrochen haben, um so viel Pech haben? Schon in der Vergangenheit war er der Pechvogel der großen Schleife. 2005 musste er die Tour wegen eines Kahnbeinbruchs verlassen, 2006 wurde er aufgrund taktischer Fehler seiner sportlichen Leiter des Toursiegs beraubt, 2007 stürzte er, verletzte sich, der Grund für sein Ausscheiden lag aber am positiven Befund seines Teamkollegen Vinokourov, 2008 erhielt sein Team keine Einladung. 2011 sollte wieder sein Jahr werden, nicht wenige behaupten, dass er hätte den großen Coup landen können, doch es kam wieder mal alles anders. Auf der Abfahrt des Pas de Peryol kam es zu einem Massensturz, in dem auch Klöden verwickelt war. Er zog sich schmerzhafte Verletzungen am Rücken und Steißbein zu, welche ihn auf den Folgeetappen so stark behinderten, sodass er Zeit einbüßen musste. Der Traum war zu Ende, doch Klöden wollte sich durchbeißen, er wollte vielleicht in der letzten Woche noch mal auf Etappensieg gehen, doch auf der 12 Etappe kam er erneut zu Fall. Er zog sich Blessuren an Schulter und Rücken zu, er konnte die Etappe zwar beenden, kam aber mit einem enormen Zeitrückstand ins Ziel.
Radsportler sind Kämpfer, auch Andreas Klöden, er versuchte es nochmal, raffte sich auf, wollte es nochmal wissen, nahm die 13. Etappe in Angriff, doch die 13 an einem Freitag tat ihr übriges. Klödi stieg vom Rad, seine Schmerzen waren so stark, sodass er von seinem Rennrad getragen werden musste. Wieder einmal sollte es nicht sein, wieder einmal hat das Pech zugeschlagen. Die 98. Tour de France ist für Andreas Klöden vorzeitig beendet, doch er will 2012 wieder kommen, dann ist er 37 und noch lange nicht müde.
An dieser Stelle möchte ich Andreas Klöden danken, danken für sein Kämpferherz, danke für die Freude mit ihm, die man mit ihm vor dem Fernseher genießen kann. Deine Fans leiden mit Dir, wir stehen zu Dir "Hilde". Im Namen aller Fans wünsche ich Dir an dieser Stelle gute Besserung, erhole Dich gut, komme bald wieder, tanke Kraft, genieße Dein Leben, kämpfe und beiße für Deinen Sport, ich wünsche Dir viel Glück für Deine weitere Karriere.
P.S. Spanien ist auch ein schönes Land, Gold würde Dir auch gut stehen...
Vuelta?